Wie in Österreich Weihnachten gefeiert wird
In Österreich bringt das Christkind die Geschenke am 24. Dezember, nicht der Weihnachtsmann am 25. Dezember. Der Text erklärt Advent, Nikolaus, Krampus, Bescherung, Feiertage, Silvester und das Neujahrskonzert für Gäste aus dem Ausland.

Zu den Angaben in diesem Text: die geprüften Termine und die Links zu allen Veranstaltern stehen in der Liste aller Märkte (geprüft am 21 September 2026). Öffnungszeiten, Preise und Programm im Fließtext beziehen sich auf die Saison 2025/26 oder auf den Stand der Veranstalterseite zum Zeitpunkt des Schreibens — bitte vor der Reise prüfen.
Adventkranz, Kalender und Kekse
Die Vorweihnachtszeit heißt in Österreich Advent. In vielen Haushalten steht ein Adventkranz mit vier Kerzen. An jedem der vier Adventsonntage wird eine weitere Kerze angezündet. Wer aus einem Land kommt, in dem der Dezember vor allem mit dem 25. Dezember verbunden ist, findet hier einen Vorlauf über vier Sonntage: Die erste Kerze brennt am ersten Adventsonntag, die vierte am letzten Sonntag vor dem 24. Dezember.
Dazu kommen Adventkalender und selbstgebackene Kekse. Üblich sind Vanillekipferl, Lebkuchen und Linzer Augen. Der Adventkalender zählt die Tage bis zum 24. Dezember. Das entspricht dem Tag der Bescherung, nicht dem 25. Dezember.
Auf den Wiener Weihnachtsmärkten werden Punsch und Glühwein in Keramikhäferln ausgeschenkt. Auf das Häferl wird Pfand eingehoben. In Wien lag dieses Pfand in der Saison 2025 zuletzt meist bei 3 bis 5 EUR, am Rathausplatz bei 5 EUR. Die Beträge sind Richtwerte aus der Saison 2025. Man bekommt das Geld bei Rückgabe zurück oder behält das Häferl als Souvenir. Jeder Markt hat ein eigenes Motiv. Die Häferl eines Markts können in der Regel nicht auf einem anderen Markt zurückgegeben werden.
Krampus, Perchten und Nikolaus
Am Abend des 5. Dezember ziehen Krampusse durch die Straßen. Es handelt sich um zottelige Gestalten mit Hörnern, Ketten und Ruten. Sie begleiten den Nikolaus. Verwandt damit sind die Perchtenläufe im Advent. Ein familienfreundlicher Perchtenlauf ist 2026 auf dem Wintermarkt am Riesenradplatz geplant.
Am 6. Dezember kommt der Nikolaus und beschenkt Kinder mit Nüssen, Mandarinen und Süßigkeiten. Auf vielen Märkten gibt es dazu einen eigenen Termin, etwa am 5. Dezember im Türkenschanzpark. Der Nikolaustag ist vom 24. Dezember zu trennen: Nüsse, Mandarinen und Süßigkeiten am 6. Dezember, die Bescherung am späten Nachmittag oder Abend des 24. Dezember.
Das Christkind
In Österreich bringt das Christkind die Geschenke, nicht der Weihnachtsmann. Gäste aus Ländern, in denen der Weihnachtsmann in der Nacht auf den 25. Dezember die Geschenke bringt, treffen hier auf eine andere Figur und auf einen anderen Kalendertag.
Der Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz trägt diesen Namen deshalb bewusst. Auf dem Markt tritt auch ein Wiener Christkindl auf.
Bescherung, Christbaum und Mitternachtsmette
Die Bescherung findet am 24. Dezember am späten Nachmittag oder Abend statt, nicht am 25. Dezember. In vielen Familien wird der Christbaum erst am 24. Dezember geschmückt. Dem Kind wird er erst zur Bescherung gezeigt. Ein Glöckchen signalisiert, dass das Christkind da war.
Nach der Bescherung besuchen viele die Mitternachtsmette, in Wien unter anderem im Stephansdom.
Der 24. Dezember ist kein gesetzlicher Feiertag. Der Handel schließt aber früh. Die Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern endet um 13:00 Uhr. In den meisten Geschäften liegt der Ladenschluss zwischen 12:00 und 13:00 Uhr. Süßwaren- und Blumengeschäfte dürfen bis 18:00 Uhr offen halten, Christbäume dürfen bis 20:00 Uhr verkauft werden. Viele Lokale sind am Nachmittag des 24. Dezember geschlossen. Öffnungszeiten von Museen, Sehenswürdigkeiten und Restaurants weichen am 24., 25. und 26. Dezember sowie am 1. Jänner vom Normalbetrieb ab. Vor dem Besuch ist die jeweilige Website zu prüfen.
Stille Nacht
Das Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ stammt aus Österreich. Es wurde am 24. Dezember 1818 in der Nikolauskirche in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt. Den Text schrieb Joseph Mohr, die Melodie Franz Xaver Gruber. Das Lied zählt zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Oberndorf liegt bei Salzburg, nicht in Wien.
Christtag, Stefanitag und geöffnete Märkte
Der 25. und der 26. Dezember sind ruhige Familientage. Der 25. Dezember heißt Christtag, der 26. Dezember Stefanitag. Beide sind in ganz Österreich gesetzliche Feiertage. Geschäfte, Supermärkte, Banken und Ämter bleiben geschlossen. Dasselbe gilt für den 1. Jänner (Neujahr) und den 6. Jänner (Heilige Drei Könige). Für Gäste bedeutet das: Am Christtag und am Stefanitag bleibt der Handel zu. Am 24. Dezember schließen die meisten Geschäfte zwischen 12:00 und 13:00 Uhr.
Die meisten Wiener Weihnachtsmärkte enden am 23. Dezember, darunter Spittelberg, Am Hof, Freyung, Art Advent am Karlsplatz, Campus Altes AKH und Türkenschanzpark. Der Markt im Türkenschanzpark hat am 24. Dezember geschlossen. Die Markttermine 2026 sind offiziell bestätigt.
Über die Feiertage geöffnet bleiben Rathausplatz, Stephansplatz, Maria-Theresien-Platz und Schwarzenbergplatz bis 26. Dezember. Der Weihnachtsmarkt Schloss Schönbrunn und der Wintermarkt am Riesenradplatz laufen als Neujahrsmärkte bis 6. Jänner 2027 weiter.
Am 24. Dezember gelten verkürzte Öffnungszeiten:
| Markt | 24. Dezember |
|---|---|
| Rathausplatz | 10:00–18:30 Uhr |
| Schloss Schönbrunn | 10:00–16:00 Uhr |
| Stephansplatz | 11:00–16:00 Uhr |
| Schwarzenbergplatz | 11:00–16:00 Uhr |
| Wintermarkt Riesenradplatz | 11:00–17:00 Uhr |
Am 25. und 26. Dezember öffnen diese Märkte wieder, meist mit kürzeren Zeiten, zum Beispiel 11:00–19:00 Uhr.
Die Wiener Linien fahren am 24. Dezember bis etwa 18:00 Uhr nach Samstagfahrplan. Danach verkehren Straßenbahnen und Busse mindestens im 15-Minuten-Takt. In der Nacht auf den 25. Dezember fährt die U-Bahn durchgehend. Am 25. und 26. Dezember gilt der Sonn- und Feiertagsfahrplan.
Silvesterpfad, Pummerin und Neujahrskonzert
Am 31. Dezember verwandelt sich die Innenstadt in den Silvesterpfad. Es gibt mehrere Bühnen. Der Eintritt ist frei. Eine Station liegt am Riesenradplatz im Prater. Um Mitternacht läutet die Pummerin des Stephansdoms. Danach wird der Donauwalzer „An der schönen blauen Donau“ gespielt. Auf den Plätzen wird dazu getanzt.
Am 31. Dezember gilt tagsüber der Samstagfahrplan. In der Silvesternacht fahren alle U-Bahn-Linien und viele Straßenbahn- und Buslinien durchgehend. Die U-Bahn-Station Stephansplatz wird aus Sicherheitsgründen ab etwa 21:00 Uhr gesperrt.
Am 1. Jänner spielen die Wiener Philharmoniker im Musikverein das Neujahrskonzert. Es wird weltweit übertragen. Wer keine Karte hat, kann die Übertragung unter freiem Himmel verfolgen, etwa ab 11:00 Uhr auf der LED-Wand am Riesenradplatz. Der 1. Jänner ist gesetzlicher Feiertag. Geschäfte, Supermärkte, Banken und Ämter bleiben geschlossen.
Story of Lights Fertőd — Schloss Esterházy
Wer einen Lichtpark besuchen will, kann Story of Lights Fertőd — Schloss Esterházy anfahren. Der Park wird von DECOLED betrieben, dem Herausgeber dieser Seite. Er liegt nicht in Wien, sondern in Ungarn, rund 100 km Fahrstrecke entfernt.
Die Saison dauert vom 21. Oktober 2026 bis 10. Jänner 2027, täglich von 17:00 bis 21:00 Uhr, letzter Einlass 20:30 Uhr. Geschlossen ist der Park am 1. November, am 24. und 25. Dezember sowie am 1. Jänner. Der Betreiber führt die Saison auf den eigenen Seiten als Fantasiegarten, ungarisch Fantáziakert. Eine Bestätigung dieses Namens durch das Schloss Esterházy als Standortpartner liegt nicht vor.
Häufige Fragen
Wer bringt in Österreich die Weihnachtsgeschenke?
In Österreich bringt das Christkind die Geschenke, nicht der Weihnachtsmann. Die Bescherung findet am 24. Dezember am späten Nachmittag oder Abend statt, nicht am 25. Dezember.
Was passiert am 5. und am 6. Dezember?
Am Abend des 5. Dezember ziehen Krampusse durch die Straßen, zottelige Gestalten mit Hörnern, Ketten und Ruten, die den Nikolaus begleiten. Am 6. Dezember kommt der Nikolaus und beschenkt Kinder mit Nüssen, Mandarinen und Süßigkeiten. Auf vielen Märkten gibt es dazu einen eigenen Termin, etwa am 5. Dezember im Türkenschanzpark.
Haben Geschäfte und Märkte über Weihnachten offen?
Der 25. Dezember (Christtag) und der 26. Dezember (Stefanitag) sind gesetzliche Feiertage: Geschäfte, Supermärkte, Banken und Ämter bleiben geschlossen. Am 24. Dezember schließen die meisten Geschäfte zwischen 12:00 und 13:00 Uhr. Die meisten Wiener Weihnachtsmärkte enden am 23. Dezember; Rathausplatz, Stephansplatz, Maria-Theresien-Platz und Schwarzenbergplatz bleiben bis 26. Dezember geöffnet, Schloss Schönbrunn und der Wintermarkt am Riesenradplatz bis 6. Jänner 2027.
Wie fahren die Öffis am 24. Dezember und an Silvester?
Am 24. Dezember fahren die Wiener Linien bis etwa 18:00 Uhr nach Samstagfahrplan, danach Straßenbahnen und Busse mindestens im 15-Minuten-Takt; in der Nacht auf den 25. Dezember fährt die U-Bahn durchgehend. Am 25. und 26. Dezember gilt der Sonn- und Feiertagsfahrplan. Am 31. Dezember gilt tagsüber Samstagfahrplan, in der Silvesternacht fahren alle U-Bahn-Linien und viele Straßenbahn- und Buslinien durchgehend; die U-Bahn-Station Stephansplatz wird ab etwa 21:00 Uhr gesperrt.
Wo sieht man das Neujahrskonzert ohne Karte?
Am 1. Jänner spielen die Wiener Philharmoniker im Musikverein das Neujahrskonzert, das weltweit übertragen wird. Wer keine Karte hat, kann die Übertragung unter freiem Himmel verfolgen, etwa ab 11:00 Uhr auf der LED-Wand am Riesenradplatz.

